Zum Jubiläum lassen wir die Menschen zu Wort kommen.
Seit zwei Jahrzehnten bilden wir «nahe am Menschen» aus. Unser Erfolg ruht auf starken Säulen: innovativen Lehrpersonen, verlässlichen Praxisbetrieben, motivierten Studierenden sowie der Unterstützung durch den Kanton und den Bund. Zum Jubiläum lassen wir die Menschen hinter diesen Bausteinen zu Wort kommen. Erfahren Sie in unseren Interviews, wie wir uns von der Schule mit Schreibmaschinen zur modernen, papierlosen Bildungsinstitution entwickelt haben.
Interview mit Frau Barbara Borer Gautschi, Lehrperson Bildungsgang Pflege: Von der Schreibmaschine zur digitalen Vorreiterrolle
Frau Borer Gautschi, Sie sind seit über 30 Jahren an der Schule. Wie hat Ihre Reise hier in Aarau eigentlich begonnen? Nach meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und sechs Jahren in der direkten Pflege wollte ich mich zur Lehrerin weiterbilden. So kehrte ich im November 1992 an die Schule in Aarau zurück, wo ich selbst gelernt hatte.
Erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten Arbeitstag? Sehr gut sogar! Ich bezog ein eigenes Büro im Parterre, wo damals die KWS-Schule untergebracht war. Wir waren ein winziges Team von nur sieben Personen. Was man sich heute kaum mehr vorstellen kann: In meinem Büro stand kein PC. Skripte und Unterrichtsvorbereitungen tippten wir auf einer gewöhnlichen Schreibmaschine. Wenn ich eine Lektion vorbereitete, wälzte ich dicke Papierordner mit Beispielen zum Nachschlagen.
Wenn Sie auf die letzten 20 Jahre HFGS zurückblicken: Was macht die Schule so erfolgreich? Für mich sind es zwei wesentliche Bausteine: die hervorragende Zusammenarbeit innerhalb der Lehrergruppen und die schiere Freude an der Arbeit mit den jungen Menschen. Diese Begeisterung für den Beruf geben wir an unsere Studierenden weiter.
Die HFGS wirbt mit dem Slogan «nahe am Menschen». Wo spüren Sie das im Alltag besonders? Ein Highlight ist für mich immer die Projektwoche zum Thema «Kognitive Beeinträchtigung». Die Studierenden arbeiten hier intensiv mit der Organisation insieme und verschiedenen Institutionen zusammen. Sie übernehmen die Rolle von Begleitpersonen in Ferienwochen oder absolvieren Praktika, um einen echten Einblick in das Leben dieser Menschen zu erhalten. Diese Nähe zur Realität ist unersetzlich.
Wie hat sich die Schule seit dem offiziellen Start der HFGS 2006 verändert? Wir sind massiv gewachsen. Früher waren wir eine kleine Einheit, heute führen wir teilweise Studiengänge mit bis zu 80 Studierenden. Auch inhaltlich decken wir heute die gesamte Bandbreite ab – von der Somatik über die Psychiatrie bis zur Spitex. Und technisch? Da liegen Welten dazwischen. Wir sind heute eine papierlose Schule.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der HFGS? Mir liegt besonders am Herzen, dass wir unsere Schwerpunkte weiter pflegen. Vor allem die Pädiatrie müssen wir in den nächsten Jahren besonders stärken, damit dieses wertvolle Fachwissen nicht verloren geht.
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Interview mit Barbara Borer Gautschi anlässlich des 20 Jahre HFGS-Jubiläum
Steckbrief Barbara Borer Gautschi
An der HFGS seit: November 1992.
Hintergrund: Ausbildung zur Kinderkrankenschwester (1983–1986), danach sechs Jahre Praxiserfahrung.
Funktion: Lehrperson für Pflege.
Herzblut-Thema: Die Pädiatrie und die enge Zusammenarbeit mit der Praxis.