Zum Jubiläum lassen wir die Menschen zu Wort kommen.
Seit zwei Jahrzehnten bilden wir «nahe am Menschen» aus. Unser Erfolg ruht auf starken Säulen: innovativen Lehrpersonen, verlässlichen Praxisbetrieben, motivierten Studierenden sowie der Unterstützung durch den Kanton und den Bund. Zum Jubiläum lassen wir die Menschen hinter diesen Bausteinen zu Wort kommen. Erfahren Sie in unseren Interviews, wie wir uns von der Schule mit Schreibmaschinen zur modernen, papierlosen Bildungsinstitution entwickelt haben.
Interview mit Frau Marlise Merz, Bildungsgangleiterin Operationstechnik: Von chirurgischen Instrumenten zum digitalen Campus
Frau Merz, Sie sind seit 2002 dabei. Damals war die Welt der Operationstechnik an der Schule noch eine ganz andere, oder?
Absolut. Als ich anfing, waren mir chirurgische Instrumente deutlich vertrauter als eine Computertastatur. In der Praxis schrieben wir Qualifikationen noch von Hand. Mein erster Arbeitstag war eine Mischung aus Vorfreude und technischer Überforderung.
Die Operationstechnik galt anfangs als «Exot» an der Schule. Wie kam es zum Zusammenwachsen?
Wir waren räumlich lange auf dem Areal des Kantonsspitals Aarau (KSA) isoliert. Der grosse Wendepunkt war Ostern 2013: Wir zogen vom KSA in den grünen Pavillon der HFGS um. Von da an waren wir nicht mehr nur ein Anhängsel, sondern ein integraler Teil der HFGS Aarau. Wir sind buchstäblich zusammengewachsen.
Was hat sich in der Ausbildung am stärksten verändert?
Früher arbeiteten wir mit Hellraumprojektoren und Diashows. Heute nutzen wir Lernmanagement-Systeme und virtuelle Klassenräume. Aber auch organisatorisch sind wir agiler geworden – 2019 haben wir beispielsweise erfolgreich einen zusätzlichen Frühjahrs-Start für die Operationstechnik realisiert. Ebenso realisieren wir unterdessen in Abstimmung mit den Praxis-Betrieben auch Teilzeit-Varianten des Studiums.
Was macht die Atmosphäre an der HFGS für Sie persönlich aus?
Es ist dieser wertschätzende Umgang und die Hilfsbereitschaft auf allen Ebenen. Trotz des Wachstums sind wir eine Schule geblieben, die «nahe am Menschen» ist.
Welchen Rat geben Sie der HFGS für die nächsten 20 Jahre mit?
Wir müssen «auf dem Boden» bleiben. Es ist entscheidend, dass wir nicht nur nahe am Menschen, sondern auch ganz nahe an der Praxis bleiben. Die Abstimmung zwischen Theorie und klinischem Alltag in unseren Arbeitsgruppen ist unser wertvollster Baustein.
Steckbrief Marlise Merz
An der HFGS seit: November 2002.
Hintergrund: Dipl. Pflegefachfrau mit Zusatzausbildung für den OP-Bereich, mehrere Jahre als Bildungsverantwortliche in der Praxis
Funktion: Bildungsgangleitung Operationstechnik
Herzblut-Thema: Permanente Entwicklung
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Interview mit Barbara Borer Gautschi anlässlich des 20 Jahre HFGS-Jubiläum
Interview mit Frau Barbara Borer Gautschi, Lehrperson Bildungsgang Pflege: Von der Schreibmaschine zur digitalen Vorreiterrolle
Frau Borer Gautschi, Sie sind seit über 30 Jahren an der Schule. Wie hat Ihre Reise hier in Aarau eigentlich begonnen?
Nach meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und sechs Jahren in der direkten Pflege wollte ich mich zur Lehrerin weiterbilden. So kehrte ich im November 1992 an die Schule in Aarau zurück, wo ich selbst gelernt hatte.
Erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten Arbeitstag?
Sehr gut sogar! Ich bezog ein eigenes Büro im Parterre, wo damals die KWS-Schule untergebracht war. Wir waren ein winziges Team von nur sieben Personen. Was man sich heute kaum mehr vorstellen kann: In meinem Büro stand kein PC. Skripte und Unterrichtsvorbereitungen tippten wir auf einer gewöhnlichen Schreibmaschine. Wenn ich eine Lektion vorbereitete, wälzte ich dicke Papierordner mit Beispielen zum Nachschlagen.
Wenn Sie auf die letzten 20 Jahre HFGS zurückblicken: Was macht die Schule so erfolgreich?
Für mich sind es zwei wesentliche Bausteine: die hervorragende Zusammenarbeit innerhalb der Lehrergruppen und die schiere Freude an der Arbeit mit den jungen Menschen. Diese Begeisterung für den Beruf geben wir an unsere Studierenden weiter.
Die HFGS wirbt mit dem Slogan «nahe am Menschen». Wo spüren Sie das im Alltag besonders?
Ein Highlight ist für mich immer die Projektwoche zum Thema «Kognitive Beeinträchtigung». Die Studierenden arbeiten hier intensiv mit der Organisation insieme und verschiedenen Institutionen zusammen. Sie übernehmen die Rolle von Begleitpersonen in Ferienwochen oder absolvieren Praktika, um einen echten Einblick in das Leben dieser Menschen zu erhalten. Diese Nähe zur Realität ist unersetzlich.
Wie hat sich die Schule seit dem offiziellen Start der HFGS 2006 verändert?
Wir sind massiv gewachsen. Früher waren wir eine kleine Einheit, heute führen wir teilweise Studiengänge mit bis zu 80 Studierenden. Auch inhaltlich decken wir heute die gesamte Bandbreite ab – von der Somatik über die Psychiatrie bis zur Spitex. Und technisch? Da liegen Welten dazwischen. Wir sind heute eine papierlose Schule.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der HFGS?
Mir liegt besonders am Herzen, dass wir unsere Schwerpunkte weiter pflegen. Vor allem die Pädiatrie müssen wir in den nächsten Jahren besonders stärken, damit dieses wertvolle Fachwissen nicht verloren geht.
Steckbrief Barbara Borer Gautschi
An der HFGS seit: November 1992.
Hintergrund: Ausbildung zur Kinderkrankenschwester (1983–1986), danach sechs Jahre Praxiserfahrung.
Funktion: Lehrperson für Pflege.
Herzblut-Thema: Die Pädiatrie und die enge Zusammenarbeit mit der Praxis.